Probleme der Rasse gestern und heute!!



Deutsland 25.26. Januar 1997 ~Afghanen-Meeting ~Gerard Jipping/Netherlands


Ich habe für das diesjärige Meeting das Thema ,,Probleme der Rasse gestern und heute!!” gewählt.

Ich frage mich, ob es überhaubt erlaubt ist über diese Thematik zu sprechen. Es fällt mir schwer, aber wir müssen endlich dazu stehen, das tatsächliche Problem sind nämlich wir Menschen und nicht die Afghanischen Windhunde. Gestern wie heute sind wir nicht in der Lage mit einem uns gegebenen Instrument umzugehen nämlich etwas Wertvollem, der Sprache oder noch besser der Kommunikation. Irgendwie wollen wir nicht aufeinander hören und waren bis jetzt auch nicht bereit aufeinander zuzugehen. Ich könnte jetzt mein Referat bereits beenden und an Sie appelieren ,,Arbeiten Sie bitte daran”.

Da ich aber ein sehr grosser vereher dieser Rasse bin, gebe ich mich nicht so schnell geschlagen und ich werde versuchen eine Diskussion ins rollen zu bringen.

Meine Damen und Herren sind Sie sich eigentlich bewusst, dass wir in der glücklichen Lage sind eine der gesündesten Rassen zu habben. Schauen Sie sich mal bei anderen Rassen um, und Sie werden feststellen, dass es jede Menge erbliche Krankheiten gibt. Und was haben wir für Probleme!!! Meine Ausführung soll nicht heissen, das es keine erblichen Krankheiten bei Afghanischen Windhunden gibt. Dies ist nicht mein Thema und vorallem nicht mein Fachgebiet, ich hoffe aber, dass beim nächsten Meeting auch über dieses interessante Thema gesprochen wird. Von Freunden habe ich in Erfahrung gebracht das Sie über Internet an Informationen gelangt sind die weltweit von Erbkrakheiten bei Afghanen berichten. Ich stelle mir dann automatisch die Frage, wie sich diese Erbkrankheiten bei unseren vielen Importen aus anderen Ländern auswirken können.

Ich habe mir für heute 3 Themen ausgesucht, die mir sehr wichtig erscheinen. Bei diesen Themen geht es mir darum wie wir den ursprünglichen Typen erhalten können.

Ich werde mich auf die drei folgenden Haubtthemen beschränken.

1. Die verschiedenartigen Afghanentypen

2. Das Erscheinungsbild des Afghanen

3. Das Gangwerk des Afghanen



1. Die verschiedenartigen Afghanentypen

Liebe Afghanenfreunde mit meinen ersten Ausführungen werde ich an das Thema vom letzten Afghanenmeeting anknüpfen. Diesem Thema wurde meineserachtens im vergangenen Jahr viel zu wenig Beachtung geschenkt. Der ,,Typenstreit” ist ein Thema der bei der einen Rasse offen diskutiert und bei der anderen Rasse totgeschwiegen wird.

Allgemein ist man der Ansicht das dieser ,,Typenstreit” eine Problematik unseren Züchtergeneration ist, dies ist aber eine Fehlemeinung. Nach meinen Studien habe ich festgestellt, dass diese Meinungsverschiedenheit schon um 1927 in England begonnen hat. Tatsache ist, das Frau Amps u.a. die Afghanen Sirdar, Roshni und Zarifa nach England importiert hat. Dieser Umstand wäre an sich nichts besonderes gewesen, hätte Major Bell Murray nicht zur gleichen Zeit auch Afghanen gehabt die aber ganz andere Aussehensmerkmale zeigten. Dies war der Beginn einer Auseinandersetzung um den ursprünglichen Afghanentypen. Major Bell Murray hatte sogenannte Steppenafghanen und Frau Amps hatte sogenannte Bergafghanen. Welches war nun der ursprüngliche Afghane? Oder waren es vielleicht sogar zwei verschiedene Afghanentypen. Diese letzte Variante wurde durch Herr Han Jüngeling mit Überzeugung vertreten. Meiner Meinung nach war in dieser Zeit als die ersten Afghanen nach Europa kamen, den Hundebesitzern in Afghanistan der Genotyp unwichtig. Wichtig war Ihnen nur das Ihr Hund gute Arbeit leistete. Meine Überzeugung ist es auch, dass damals innerhalb einer Linie der fenotypischer Afghane zu finden war und genotypisch Sie alle der gleichen Familie zuzuordnen sind. Diese Feststellung wurde mir auch in Gesprächen mit älteren Züchtern und anhand von alten Fotos bestätigt. Es ist anzunehmen, das die damaligen Hundebesitzer in Europa sich für den Typ dieser drei obengenanten Hunde Sirdar, Roshni und Zarifa entschieden haben. Dieser Afghanen die aus dem Berggebiet von Afghanistan importiert worden sind, haben demzufolge den Namen Bergafghane (auch Ghazni-Afghane genant) bekommen.

Um diesen Typenstreit zu beenden, haben die Engländer im Jahre 1950 eine Kommission gebildet. Diese Kommision war zusammengesetzt mit Liebhabern der Steppenafghanen, der Bergafghanen und den Verfechtern aus der Mischung dieser beiden Typen. In dieser Kommission wurde dann der erste FCI Afghanenstandard geboren, der in die Geschichte eingegangen ist. Die Amerikaner haben fast zur gleichen Zeit nämlich 1948 einen eigenen Afghanen-Standard entwickelt . Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in Amerika nach dem Denyer-Standard aus dem Jahre 1925 gezüchtet.Der Standard aus dem Jahre 1927 war auf dem Typ der Ghazni-Afghanen aufgebaut und durch die Englische Afghan Hound Association veröffentlicht worden. Dieser Standard wurde durch die Amerikaner nie anerkannt. Die weitverbreitete Meinung, das der Standard aus dem Jahre 1948 durch den Amerikanismen Hound Council, Liebhaber der Ghazni-Afghanen gemacht worden ist, ist falsch. Der Standard des Afghan Hound Club von 1948 hat in Amerika noch heute seine Gültigkeit. In den FCI Ländern wurde 1987 ein neuer Standard geschaffen der noch heute aktuell ist. Ich werde heute nicht auf diese Standards eingehen, da diese beiden Standards untereinander zu viele Interpretationen zulassen. Auch lassen diese beiden Standards jeder für sich einen grossen Spielraum offen. Demzufolge ist vieles unklar, was bei den Ausstellungen unter dem FCI-Standard und ebenfalls unter dem Amerikanischen-Standard gut sichtbar wird. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn auf Ausstellungen so viele verschiedene Typen anzutreffen sind.

Obwohl ich mit dieser Tatsache leben muss ist mir klar, dass wir sehr wahrscheinlich nie einen einheitlichen Typ erhalten werden. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass der Typ den wir in Europa züchten den drei oben erwähnten Hunden am nächsten kommt. Dieser Typ wird von vielen auch den van de Oranje Manege Typ genannt. Ich appelliere an Sie und an Ihre Verantwortung, lassen Sie sich nicht durch Modetrends beeinflussen. Modetrends sind vergänglich und zeitlich immer begrenzt. Behalten Sie den FCI-Standard im Auge und denken Sie an das wertvolle und ursprüngliche Erbgut dass wir verwalten und dass wir an die nächsten Generationen weitergeben müssen.

So soll es sein, mit diesen Hunden fühlt man sich wie im Orient. Diese Aussage stammt von Frau Eta Pauptit die als Zuschauerin an dem NVOW Clubmatch war. Eine Aussage die sicherlich jedem Afghanenfreund den Puls höher schlagen lässt. Besser könnte man die Ausstrahlung dieser edlen Tiere nicht beschreiben.
Ich beende den ersten Teil meines Vortrages mit meinen Schlussworten vom letzten Afghanenmeeting: Ich respektiere jeden anderen Afghanentyp wenn er in Bewegung, Körperbau und Gesamterscheinung dem FCI Standard entspricht und mit dem Wissen das wir Uns vielleicht einmal nötig haben.


2. Das Erscheinungsbild des Afghanen

Der Afghane ist mit seinen Erscheinungsbild so eigenständig, dass er mit keiner anderen Rasse verwechselt werden kann. Wenn man nur die Silhouette eines Afghanen sehen würde, dann müsste bereits bei diesen Umrissen die majestätische Haltung mit stolz erhobenem Kopf und seiner hochgetragener geringeltem Rute erkennbar sein. Mit anderen Worten das Erscheinungsbild eines Afghanen muss eine Mischung aus Kraft, Reserviertheit und Elegance sein und alles in einer Harmonie.

Ich habe mir erlaubt einige Folien mit Bildern herzustellen die ich Ihnen nun zeigen will. Wir wollen miteinander einmal untersuchen ob wir in der Lage sind uns für ein Idealbild des Afghanen zu einigen. Ich habe hier sechs Bilder, 2 sind aus den Anfängen der Afghanenzeit und die anderen vier sind noch am leben. Ein paar dieser Hunde sind auch Multichampions. Wenn Sie nun einen Hund als den Ihren erkennen versuchen Sie trotzdem objectiv zu bleiben den hier geht es nicht um ein neues Championat. Wir wollen mal versuchen herauszufinden was den einzelnen Afghanen im speziellen positiv oder negativ auffällt.

 

A                               B                 

                                   A                                                          B                                           C
 
 

D                 E                 F

                                      D                                                 E                                                  F


Das Ergebnis wird wahrscheinlich sehr unterschiedlich ausfallen. Ich bin überzeugt davon, dass jeder einen anderen Hund als seinen Favoriten erklärt und Ihm das beste Erscheinungsbild bescheinigt. Wenn das auch so zutrifft, dann haben wir ein ganz grosses Problem. Alle wollen nämlich wissen wie das Erscheinungsbild eines Afghanen aussehen soll, aber wir sind nicht in der Lage das auch auf die Zucht umzusetzen und an den Ausstellungen uns danach zu richten.

Im speziellen möchte ich nun mit Ihnen die folgenden anatomischen Details behandeln. Nämlich den Kopf, die Vor- und die Hintehand, den Körper und das Haarkleid. Sie werden verstehen, dass ich nicht bei jedem dieser Themen ganz in die Tiefe gehen kann denn sonst würden diese zwei Tage nicht reichen. Ich werde mich aber bemühen, die Aspekte die für die Zukunft Unserer Rasse mir am wichtigsten erscheinen auch ausführlich zu behandeln.

Kopf

Ich lese Ihnen nun den Standard vor: langer, nicht zu schmaler Schädel, mit deutlich erkennbarem Hinterhauptbein. Vorgesicht lang, mit Kiefern, welche die Fähigkeit zum Zupacken aufzeigen, geringfügiger Stop. Schädel richtig proportioniert und mit einem langen Haarschopf bedeckt. Nase vorzugsweise schwarz, leberfarben bei hellen Hunden erlaubt.

Der Ausdruk eines Afghanischen Windhundes ist, nein muss einzigartig sein, und darf nicht mit anderen Rassen verglichen werden. Dieser dem Afghanen nachgesagte orientalische Ausdruk oft auch mystische Ausdruk genannt scheint leider nicht bei jedem Afghanenfreund das gleiche Bild hervorzurufen. Ein Afghane blickt Sie nicht an sondern er schaut durch Sie hindurch wie wenn Sie überhaubt nicht existieren würden. In all den Jahren die ich mich mit Afghanen beschäftigt habe, hat mich immer wieder dieser unnahbare Blick fasziniert und ich glaube, dass man süchtig danach werden kann, Wenn jemand diese Besonderheit bei einem Afghanen nicht sieht, dann kann er sich auch gut für eine andere Rasse entscheiden. Hat man aber diese Eigenart bei diesem Hund entdeckt komt man nicht mehr von Ihm los.

Bei der ersten Beschreibung der Afghanen Rasse wurde der Afghane Zardin als vorbild genommen. Man hat dann versucht den Kopf des Deerhoud als Basis für eine Beschreibung des Afghanenkopfes zu nehmen. Später kam dann die Variante des Greyhoundkopfes als Beschreibung. Zwei merkmale bei der Kopfbeschreibung sind durch alle Varianten der Standards geblieben, nämlich das deutlich erkennbare Hinterhauptbein und der Satz mit einem langen Haarschopf bedeckt. Aus alten Unterlagen habe ich herausgefunden, dass schon damals die beiden sich gegenüberstehende Lager der Ghazni-Anhänger respektieve der Bell Murray-Anhänger sich über die breite des Kopfes unterhalten haben.

Der heute gültige Standard gibt aber kein eindeutiges Bild wie ein Afghanen Kopf aussehen soll. Die gemachten Angaben sind lediglich Richtlinien die meineserachtens leider einen zu grossen Spielraum offen lassen. Jeder der etwas genaueres in Erfahrung bringen will muss sich selber anhand von alten Fotos oder in Gesprächen mit älteren Züchtern ein Bild machen.

In der heutigen Zeit sehen wir viel zu viele Varianten von Kopfformen. Dies Kommt davon, dass sich jeder aus den Richtlinien selber sein Idealbild zusammenbasteln kann. Auch spielt hier die jeweilige Modeströmung eine wichtige Rolle.

Ganz schlimm finde ich die folgenden negativen Entwicklungen:

 zu schmale Köpfe (je schmäler desto länger erscheint der Kopf)
 zu schwache Unterkiefer
 zu runde Augen
 zu wenig Fangtiefe
 Köpfe die Ähnlichkeit mit dem Barsois haben
 Abfallender Oberkopf

Sie sehen ein paar von diese probleme auf der Zeichnung.
 

ABCD

                   A                                         B                                        C                                         D


Diese negative Entwicklung, die nicht nur bei importierten Afghanen vorkommen, sondern vermehrt auch bei den in Europa gezüchteten Afghanen sichbar werden sind eine Bedrohung für den von Uns so geliebten Orientalischen Ausdruk der Afghanischen Windhunde. Dieser edle Ausdruck den wir, oder auf jeden fall ich persönlich nie missen möchte.

Vorhand

Ich lese Ihnen nun den Standard vor: lange, schräge und gut zurückliegende Schultern, gut bemuskelt und stark, ohne dabei überladen zu wirken. Vorderläufe gerade mit kräftigen Knochen, von vorne betrachtet in einer linie mit den schultern stehend; die Ellenbogen liegen dicht am Brustkorb an und drehen weder nach innen noch nach außen.

Aus der Anfangszeit des Standards ist eindeutig nur die folgende Aussage geblieben: ,,Die schräge und gut zurückliegende Schulter” und ,, die Vorderläufe gerade mit kräftigen Knochen”. Es sieht so aus, dass auch bei diesem Teil des Standards die beiden Linien Bell Murray und Ghazni grosse Meinungsverschiedenheiten hatten. Die besonderen Eigenschaften des Bell Murray-Typen war seine Schnelligkeit und die des Ghazni-Typen sein Kraft und seine Wendigkeit. Diese beiden speziellen Eigeschaften finden wir gesondert in der Vorhand.

Ein sehr wichtige Frage ist die der schrägen Schulter, wie schräg soll sie sein - 45 Grad oder 60 Grad. Gemäss den Untersuchungen und Tests von Prof. Seiferle entspricht die Schräge der Schulter eher 60 Grad, was auch meine Meinung ist.

Die Hauptprobleme bei der Vorhand sind die folgenden.

 Zu steiles Schulterblatt und/oder Oberarmknochen
 Zu kurzes Schulterblatt und/oder Oberarmknochen
 Zu steiler Mittelfussknochen
 Zu kleinen Füsse

Sie sehen jetst eine Zeichnung mit drei unterschiedliche Stellungen der Vorhand.
 



Wenn wir bei Unseren Afghanen weiterhin ein tadelloses und federndes Gangwerk erreichen wollen müssen wir ganz speziell auf diese oben aufgeführten Faktoren achten. Es ist wichtig, das die Lage und die Länge von Schulterblatt und Oberarmknochen korrekt sind.

Körper

Aus dem Standard erfahren wir folgendes: gerader Rücken, mäßig lang, gut bemuskelt, Kruppe fällt zum Rutenansatz hin leicht ab. Lendenpartie gerade, breit und ziemlich kurz. Hüftbeinhöcker ziemlich deutlich erkennbar und weit voneinander entfernt. Angemessene Rippenwölbung und gute Brusttiefe.

 

    

          A                                                                                                   B


Auch früher wurde hauptsächlich über die Länge des Körpers diskutiert. Bei den einen musste der Körper Quadratisch sein und die anderen behaupteten er müsse etwas länger und gestreckter als Quadratisch sein. Auch bei der Rückenlinie kam die gleiche Problematik zum Vorschein. Zwischen Rassekennern und Allrounder gab der Dip immer wieder Anlass zu Diskussionen. Leider ist es so dass auch heute dieses besondere Rassemerkmal nur noch selten anzutreffen ist. Diese Ansicht vertratt übrigens auch Herr Han Jüngeling. Andere jedoch behaupten dass dieser Dip anatomisch nicht korrekt ist und dem Rücken schadet.

Wenn wir diesen Standard lesen stellen wir fest, dass er jedemenge Interpretationen zulässt. Die Aussage mässig lang, ziemlich kurz, ziemlich deutlich und Angemessene Rippenwölbung zeigen uns keine eindeutigen Bestimmungen an. Um Ihnen dieses Problem aufzuzeichen zeige ich Ihnen nun verschiedene Varianten der Rückenlinie. Ich möchte nun von Ihnen wissen welche Variante ist die richtige?


 

    

                                         A                                         B                                         C

 

 

                                         D                                                              E

Wie wir alle wissen braucht das Herz und die andere inneren Organe einen gewissen Platz. Wenn wir aber diesen schmalen Brustumfang bei gewissen Hunden sehen müssen wir uns ja unsere Gedanken machen. Der Brustumfang ist oft zu schmal so wie bei anderen Windhundrassen und das darf nicht sein.

Hinterhand

Ihm Standard steht: kraftvoll, Schenkel mit guter Winkelung zueinander und gut geformt. Große Entfernung von der Hüfte zu den Sprunggelenken und vergleichweise geringer Abstand zwischen den Sprunggelenken und den Pfoten. Afterkrallen dürfen entfernt sein.

Auch bei diesem Abschnitt des Standards gab es wieder Meinungsverschiedenheiten zwischen den rivalisierenden Parteien Bell Murray und Ghazni. Vorallem die Lage des Beckens gab vermehrt anlass zu Diskussionen. Ebenfalls gab es Probleme bei der Winkelung des Knies und der kurzen Ferse. Auch heutzutage wird über diese Probleme noch diskutiert dies ist auch kein Wunder, den die Hinterhand ist sehr wichtig für den richtigen Bewegungsablauf des Afghanischen Windhundes. Wenn einer dieser Punkte nicht korrekt ist es auch nicht möglich dass wir das für den Afghanen so typische, ausgreifende und federnde Gangwerk erreichen können.

Probleme mit dem wir heutzutage konfrontiert, und die für das Gangwerk so gefährlich sind:

 zu starke Kniewinkelung
 zu steile Kniewinkelung
 schlecht liegendes Becken
 zu hohe Ferse

Sie sehen jetst eine Zeichung mit drei unterschiedliche Stellungen der Hinterhand.




Um uns und den Afghanen ein typisches Gangwerk zu erhalten sind wir Aufgefordert bei der Zucht ganz speziell auf diese oben aufgeführten Punkte zu achten. Hier meine eigene Erfahrung mit einem Aussteller: Als ich einem Aussteller anhand des Standards und mit Fotos auf eine korrekte Ferse hinweisen wohllte, bekam ich zur Antwort: Es ist mir egal wie die Hunde früher waren und was im Standard steht Hauptsache ich Gewinne und nur das ist wichtig. Ich hoffe meine Damen und Herren Sie denken anders darüber.

Haarkleid

Im standard steht: an den Rippen, an der Vor- und Hinterhand und an den Flanken lang und von sehr feiner textur. Bei erwachsenen Hunden von den Schultern an rückwärts und entlang des Sattels kurz und dicht. Vom Vorgesicht an nach hinten lang, mit einem markanten seidigen Haarschopf (,,top-knot”). Haar am Vorgesicht kurz. Ohren und Läufe gut behaart. Die Vordermittelfüße dürfen kahl sein. Das Haarkleit muß sich natürlich entwickeln.

Früher beschränkte sich das Haarkleit hauptsächlich auf die Menge. Die Ghazni-Afghanen erschienen mit einem sehr dichten und langem Haarkleid. und die Bell Murray-Afghanen hätte man vom Haarkleid her am ehesten mit einem Saluki vergleichen können.

Ich möchte hier nicht weiter auf die Haarqualität eingehen, obwohl ich bemerkt habe, dass sich die Haarqualität verändert hat. Trotzdem möchte ich noch eine Bemerkung dazu machen. Die Aussage im Standard ,, das Haarkleid muss sich natürlich entwickeln” ist sicher nicht gemeint, dass das Haarkleid als Viledamopp gebraucht werden kann. Ich habe immer noch nicht begriffen warum diverse Züchter auf lange Haare züchten. Könnte es sein, dass man damit etwas verbergen möchte oder ist das ganze nur ein Modetrend.

Vermehrt ist mir auch aufgevallen und ich glaube es geht Ihnen auch so, dass an Ausstellungen Afghanen erscheinen denen am Rücken, Hals und Nacken die Haare weggeschoren wurden. Wir alle akzeptieren sicher ein leichtes Bearbeiten von losem und abgestorbenem Haar, dass wir durch zupfen oder trimmen entfernen können. Ich begrüsse es, dass es Richter gibt die diese Methode des wegscheren der Haare nicht akzeptieren und dies als Manipulation betrachten.

Der Standard sagt ganz klar aus, dass alle Farben akzeptiert werden müssen. Also darf es hier keine Diskussionen mehr geben. Es ist also auf Grund des Standards ohne weiteres möglich, dass sich jeder seine Lieblingsfarbe halten oder züchten kann. Bei Ausstellungen ist es aber wichtig, dass ein Richter sich nicht durch die Farbe des Haarkleides dazu verleiten lässt, das erscheinungsbild eines Hundes falsch zu bewerten.



3. Das Gangwerk des Afghanen

Der Standard sagt folgendes: Fließend und federend in hochklassigem Stil.

Beim Gangwerk kam den Engländern Ihre Zurückhaltung zugute, Sie mussten hier nicht viel beschreiben. Das Gangwerk das Afghanischen Windhundes ist etwas ganz einmaliges und ist mit keiner anderen Rasse zu Vergleichen. Wenn irgendwo auf der Welt über Afghanen gesprochen wird, dann ist immer das einmalige federnde Gangwerk die Hauptsache davon. Ganz besonders auffallend ist der Unterschied beim Gangwerk bei den zwei Linien Bell Murray und Ghazni. Auf grund der verschiedenen Haltung in den Berg-respektive Steppengebieten in Afghanistan haben sich diese Hunde auch Ihre eigene Anatomie angeeignet. Beide wurden wohl für die Arbeit herangezüchtet aber eben in verschiedenem Gelände. Dadurch entstand auch ein beweglicher und wendiger Ghazni-Afghane im Gebirge und eine schneller und ausdauernder Bell Murray-Afghane in der Steppe.

Nach dem im Jahre 1950 ein neuer Standard gemacht wurde, nennen wir Ihn den gemischten Standard, sollten eigentlich alle Probleme ein für allemal verschwunden sein. Die Mehrheit
der damaligen Züchter hatten sich für das Gangwerk des Ghazni-Afghanen entschieden. Dies war auch verständlich, den dieses federnde Gangwerk begeisterte alle Afghanenliebhabber. Das war eine Gangart so harmonisch, so federnd und so kräftig, da muss man sich fragen wieso sieht man diese Afghanen immer weniger auf Unseren Ausstellungen.

Nach meiner Meinung sind die folgenden 3 Punkte schädlich für die Rasse:

 zu weit ausgreifendes Gangwerk
 schleifendes Gangwerk
 kein federndes Gangwerk

Ich zeige Ihnen verschiedene Varianten des Gangwerk, wählen Sie selbst.



                  A                                                         B                                                         C

 


Ich werde nicht auf die anatomischen Ursachen dieser falschen Gangarten eingehen. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass ein zu weit ausgreifendes Gangwerk nicht vergleichbar ist mit dem typischen federnden Gangwerk des Ghazni-Afghanen. Generell ist zu vermerken dass ein schwebendes Gangwerk nicht alleine genug ist für einen typischen, korrekten und federnden Bewgungs-ablauf. Vermehrt sieht man auch das am bodem nachschliefen der Hinterbeine, was auch nicht Rassentypisch ist. Diejenigen die dieses Problem nicht sehen, müssen sich bei der nächsten Ausstellung in einer Halle an der Ringrand setzen und wenn Sie es dann nicht sehen können, werden Sie es ganz sicher hören.

Die Verfechter des zu ausgreifenden Gangwerkes weise ich darauf hin, dass diese rasenden Vorführungen im Ring für den Laien immer sehr spektakulair aussehen aber ich glaube nicht das wir Afghanenliebhaber dies so wollen.


Zum Schluß

In der mir zu Verfügung gestellten Zeit war es mir sicher nicht möglich auf alle Einzelheiten einzugehen. Ich habe versucht objectiv alle Seiten zu beleuchten, was nicht immer sehr einfach war. Wenn wir mit unseren Problemen weiterkommen wollen, müssen wir unbedingt offen miteinander Reden. Dies geht aber nur wenn wir in der Lage sind auch Kritik entgegenzunehmen und objektiv gegenüber positiven wie auch negativen Argumenten Stellung beziehen können.

Vorallem die Züchter die auf eine langjährige Erfahrung zurückschauen können, sind gefordert Ihr grosses Wissen über den mystischen orientalischen Afghanen an die jüngeren Züchter weiterzugeben. Frau Eta Pauptit pflegte zu sagen, wir sollen nicht nur Hunde züchten sondern auch Züchter ausbilden. Es wäre zu begrüssen, wenn unsere jüngeren Afghanenzüchter unter uns sich nicht nur für die Ausstellungen und den Rennplatz interessieren würden, sondern Sie sich auch mit der Geschichte des ursprünglichen Afghanen befassen würden. Nur so versteht man auch den besonderen Charakter dieser Orientalischen Windhundrasse. Wir haben ein grosses Erbe angetreten und sind gefordert diese auch an die nächste Generation von Züchtern weiterzugeben und dafür zu sorgen, dass diese edle Rasse in Ihrer ursprünglichen Art erhalten bleibt.

Ich hoffe ich kann Ihnen nach meinen Vortrag eine Freude machen mit eine kleinen Dia serie. Dia’s von Ursprünglichen afghanen von gestern. Diese Serie geht ab 1890 bis ungefähr 1975.

Ich wiederhole mich mit Vergnügen und sage Ihnen wie beim letzten Meeting 1995, ich bin ein Liebhaber von dieser aussergewöhlichen und eigenwilligen Rasse. Ganz speziell verehre ich die Linie die dem alten Ghazni-Typen am nächsten Kommt. Selbstverständlich respektiere und akzeptiere ich auch jeden anderen Typen wenn er dem Standard entspricht.

Ich hoffe das ein jeder sich seiner Verantwortung im Sinne Unseren Rasse bewusst ist und sich auch danach richtet.

Ich beende meinen Vortrag und zitiere Frau Schwerm-Hahne in Ihrem Reverat von 1989 die mit Ihrer Aussage mir aus dem Herzen gesprochen hat:

Warum sollten wir diese Rasse einer persönlicher Geschmacksrichtung zuliebe verändern.

 

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